stilvolles verabschieden

Stilvolles Verabschieden – Als Gastgeber und als Gast

Ein stilvolles Verabschieden ist nicht einfach. Egal, ob man als Gastgeber sich von Gästen verabschieden möchte, die partout kein Ende finden wollen. Oder, ob man als Gast ein stilvolles Verabschieden auch dazu nutzen will, sich beim Einladenden zu bedanken, wie es sich gehört. Um damit auch in guter Erinnerung zu bleiben.

Ein stilvolles Verabschieden als Gastgeber

Die nächste Weihnachtsfeier kommt bestimmt. Und nicht nur dort stellt man sich als Gastgeber oft die Frage, wie man bei bestimmten Situationen souverän und gelassen reagiert. Und natürlich auch wie das stilsichere Verabschieden von Gästen am besten erfolgt. Ohne dass man dabei die Contenance verlieren muss und ohne dass man die Gäste brüskiert.

Wer die Etikette kennt, sollte wissen, dass man sich spätestens 15 Minuten nach dem Espresso oder Digestif verabschiedet. Viele Menschen haben diese Spielregel der Etikette aber leider nie richtig gelernt, oder haben sie vergessen. Oder haben einfach keinen Anstand.

Deswegen erhalten Sie nachfolgend meine 5 wichtigsten Tipps, wie Ihnen ein elegantes, angemessenes, stilvolles Verabschieden  von Gästen gelingen kann:

Tipp Nr. 1 „Sich stilvoll bedanken“

Bedanken Sie sich am Ende des Abend für das Kommen Ihrer Gäste und dass diese sich die Zeit für dieses  Beisammensein genommen haben. Fassen Sie den Abend als Rückblick noch einmal zusammen und teilen Sie Ihren Gästen mit, dass Sie sich schon jetzt auf die nächste Veranstaltung freuen. Sprechen Sie dabei bewusst in der Vergangenheit („mir hat der Abend mit Euch viel Spaß gemacht“), um durch die Blume mitzuteilen, dass der Event jetzt beendet ist.

Tipp Nr. 2 „Einen letzten Drink ausgeben“

Spendieren Sie noch eine letzte Runde („auf´s Haus“) und teilen Sie Ihren Gästen dann gezielt mit, dass Sie sich jetzt um die Rechnung kümmern. Das sollte bei Menschen mit Takt und Stil der geheime Wink sein, dass es an der Zeit ist, sich vom Gastgeber zu verabschieden und aufzubrechen.

Tipp Nr. 3 „Ehrlichkeit zählt“

Sie müssen morgens früh raus, weil Sie wichtige Termine oder anstrengende Besprechungen haben? Teilen Sie das Ihren Gästen mit, indem Sie fragen: „Was haben Sie morgen so alles vor?“ „Ich muss leider sehr früh raus.“ Menschen, welche aktiv Zuhören können und Empathie haben, verstehen das. Und nutzen die Gunst der Stunde nicht aus, um sich weiterhin auf Kosten des Gastgebers zu amüsieren.

Tipp Nr. 4 „Taxi rufen und die Runde auflösen“

Wenn Tipp Nr. 3 nicht geholfen hat, dann fragen Sie doch einfach, ob jemand ein Taxi benötigt, oder abgeholt wird. Sprechen Sie dann auch ehrlich an, dass Sie die Runde jetzt auflösen und gerne behilflich sind, ein Taxi zu organisieren. So kann jeder, der den Service in Anspruch nimmt, sich langsam verabschieden und seinen Mantel holen.

Tipp Nr. 5 „Mäntel holen und gezielt verabschieden“

Falls Ihre Gäste es dann immer noch nicht verstanden haben, kein Taxi brauchen und auch keine Anstalten machen, zu gehen, empfehle ich Ihnen, dass Sie langsam aber sicher den Abend (für sich) beenden. Und die Gäste mit einem gezielten Hinweis „Jetzt ist es wirklich schon sehr spät geworden, ich muss mich jetzt leider von Ihnen verabschieden. Ich wünsche noch einen schönen Abend, bitte vergesst die Mäntel nicht, die ich vorsorglich mitgebracht habe“.

Gute Nacht Freunde – Ein stilvolles Verabschieden als Gast

Ich könnte jetzt viel darüber schreiben, wie Sie sich als Gast stilvoll von Ihrem Gastgeber verabschieden. Wie Sie dabei Ihre Wertschätzung für die Einladung ausdrücken und dafür die richtigen Worte finden. Eines der besten Beispiele dazu habe ich wie so oft in der Kunst – in der Musik – gefunden. Mit dem Song „Gute Nacht Freunde“ von Inga & Wolf, welche diesen Song schon 1972 komponierten. Ein Text-Auszug daraus:

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh’n.
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh’n.

Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank!
Für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank
Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt
Als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt.

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab‘
Und für Eure Geduld, wenn’s mehr als eine Meinung gab.
Dafür, dass ihr nie fragt, wann ich komm‘ oder geh‘
Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh‘.

Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt
Habt Dank, dass ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt.
Vielleicht liegt es daran, dass man von draußen meint
Dass in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.

Gute Nacht, Freunde
Es wird Zeit für mich zu geh’n
Was ich noch zu sagen hätte
Dauert eine Zigarette
Und ein letztes Glas im Steh’n.

Und es ist ganz komisch. Immer wenn ich dieses Lied höre, bekomme ich automatisch nasse Augen. Vielleicht auch deswegen, weil mich dieses Lied immer daran erinnert, wie ich mich schon von lieben Menschen für immer verabschieden musste. Und vielleicht auch, weil es mich daran erinnert, dass auch wir einmal gehen müssen. Und wir uns generell viel zu wenig bei unseren guten Freunden für die gute Zeit miteinander bedanken….

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