So gehen Sie stilsicher mit dem Duzen und Siezen um!

Sind Sie beim „Duzen“ oder „Siezen“ schon mal in ein Fettnäpfchen getreten oder fühlen Sie sich manchmal mit einem schnellen „Du“ überrumpelt?

Gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit und in Social Media erlebe ich es selbst sehr oft, dass man kein ehrliches Interesse an Ihr Gegenüber haben. Sie wollen oft keine Zeit investieren, die andere Person besser kennenzulernen und denken dann „Hey duzen ist doch unkomplizierter“. Aber ist das wirklich so und wie können Sie selbst ihre eigenen Regeln aufstellen?

Im heutigen Blogbeitrag möchte ich dazu näher eingehen.

„Duzen“ und „Siezen“ im 21. Jahrhundert – was hat sich geändert?

Früher galt die Regel, dass Herren einer Dame das „Du“ angeboten haben.

Heute gilt im Privatleben weiterhin, dass der deutlich Ältere dem Jüngeren das „Du“ anbietet und Damen selbstverständlich auch dem Herren das „Du anbieten“.

„Duzen“ und „Siezen“ im Businesskontext“

Im amerikanischen Firmenbereich gehört das „Du“ einfach zur Firmenphilosophie. In Startup Unternehme, im sozialen und im Medienbereich ist das „Du“ auch ein Teil des guten Tons im miteinander.

Das „Du“ Angebot anbieten und aussprechen

Im Business zählt weiterhin die Hierarchie. Also der Chef oder der Kunde bietet das „Du“ an.

Wenn Sie selbst ein Du anbieten möchten, fragen Sie sich einfach folgende Fragen:

  • Warum möchte ich die Person duzen und fühle ich mich wirklich wohl dabei?
  • Wird das Arbeitsklima und / oder die Zusammenarbeit dadurch erheblich verbessert?

Das „Du“ wird jedoch immer angeboten. Das ist jedoch oft nicht so leicht, denn viele Menschen wissen oft nicht, wie das „Du“ richtig angeboten wird.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie im Business gerne per Du sein möchten, machen Sie es einfach wie folgt. „Guten Tag, wir kennen uns ja schon länger und verstehen uns gut. Ich fände es schön, wenn wir uns duzen. Ich bin die Janine“ –  das kommt besser an als „Du kannst mich gerne duzen“. Denn Ihr Gegenüber weiß oft nicht, wie Sie mit Vornamen heißen. Nutzen Sie im Businessbereich auch noch den Nebensatz „Wenn Sie lieber beim Sie bleiben wollen, habe ich dafür natürlich Verständnis.“

Denken Sie jedoch daran, dass ein einmal offiziell ausgesprochenes „Du“ für immer gilt. Warten Sie im Zweifelsfall besser ab, bis Sie Ihren Kollegen oder Geschäftspartner besser kennen und beide eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut haben, bevor Sie zum „Du“ übergehen.

Das „Du“ Angebot ablehnen

Oftmals kommen Sie mit einem schnellen „Du“ nicht zurecht oder Sie fühlen sich überrumpelt. Natürlich dürfen Sie das auch ablehnen. Machen Sie das bitt höflich und wertschätzend und begründen Sie Ihr Verhalten, z.B. „Vielen Dank für Ihr „Du“ Angebot, im Business möchte ich Sie beim „Sie“ bleiben. Ich komme gerne später darauf zurück.“ Oder „Ihr Du Angebot ehrt mich sehr. Ich hoffe, es ist in Ordnung für Sie, wenn wir beim Sie bleiben.“

Vom „Du“ zurück zum „Sie“

In Feierlaune beim Oktoberfest oder auf der Weihnachtsfeier rutscht schon einmal ein schnelles „Du“ heraus. Bleiben Sie am nächsten Tag als Rangniedere auf jeden Fall beim „Sie“ und warten Sie ab, bis der Ranghöhere das „Du“ von selbst wieder aufgreift. Im Zweifelsfall fragen Sie einfach nach, ob das Feierabend „Du“ auch weiterhin im Büro gilt.

„Duzen“ in Meetings und auf Seminaren

In Meetings herrscht oft eine Atmosphäre zwischen „Du“ unter Kollegen und dem „Sie“ unter Kunden und Geschäftspartnern. Achten Sie hier bitte darauf, dass Sie Kollegen nicht plump anreden.

Mein Tipp: Nutzen Sie hier am besten das Münchner Du „Herr Meier kannst du bitte Herrn Müller die Präsentation noch einmal zeigen?“ Oder das Hamburger Sie „Janine können Sie bitte…“  Gerade wenn wichtige Geschäftspartner mit ihm Raum sitzen, ist es wichtig, dass vorab eine offizielle Vorstellungsrunde einher geht, sodass die Gesprächspartner immer wissen, wie diese die andere Person wertschätzend in der „Sie“ Form ansprechen können.

In Seminaren im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung ist es auf Gang und Gebe, dass man sich nutzt, um die Inhalte gemeinsam besser zu bearbeiten. Ich frage meine Seminarteilnehmer immer vorab, was Ihnen im Rahmen eines gemeinsamen erfolgreichen Tages am liebsten ist. Gerade im englischsprachigen Bereich bin ich dann mit meinem Kunden beim „Du“ und danach wieder beim „Sie“. Wenn mein Kunde das „Du“ weiterhin im persönlichen Gespräch anbietet, bleibt es natürlich dabei.

„Stellen Sie Ihre eigenen Regeln auf“

Viele Menschen lieben inzwischen das „Du“ und andere sind eher traditionsbewusster und möchten jemanden besser kennenlernen, bevor sie vom Sie zum Du übergehen. Grundsätzlich ist das immer eine Frage der persönlichen Einstellung.

Passen Sie sich am besten an Ihr Umfeld und Ihrem persönlichen Wohlfühlgefühl an. Ich sieze auch oft Personen im Kreisen, wo sich viele Menschen duzen.

Lassen Sie ein Duzen auf keinen Fall als Grenzüberschreitung der Respektlosigkeit zu.

 

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