So punkten Ihre Azubis im Team

Liebe Personalerin, lieber Personaler,

sicherlich braucht Ihr Unternehmen auch Fachkräfte.  Vielleicht sind die ersten Azubis schon gestartet oder die Berufsausbildung beginnt zum 1. September. Einigen neuen Kollegen/Kolleginnen fehlt es leider häufig an Motivation, Pünktlichkeit und einer gewissen Eigenverantwortung.

Gerade der Wechsel von der Schule ins Berufsleben stellt viele junge Menschen vor eine große Herausforderung und bringt viel Unsicherheit mit sich.

2020 ist dabei ein besonderes Jahr durch den wochen- und monatelangen Schulausfall.

Damit Ihr Start Ihre neuen Auszubildenden von Anfang an gut gelingen kann, habe ich für Sie einige Tipps zusammengestellt.

1. Die Macht des ersten Eindrucks

Wie heißt es doch so schön: „Der erste Eindruck zählt und der letzte Eindruck bleibt“. Viele Auszubildende haben teilweise nie gelernt, was zum ersten Eindruck gehört. Vielleicht haben es die jungen Menschen auch nie richtig vorgelebt bekommen.

Für mich zählt dazu die ordentliche Begrüßung, die stilvolle Verabschiedung, die Kenntnis vom Unterschied zwischen Duzen und Siezen in den einzelnen Abteilungen/Hierarchien. Zum ersten Eindruck gehört auch die selbstbewusste Vorstellung dazu.

In meinen beliebten Azubi-Knigge-Trainings erlebe ich immer wieder spannende Herausforderungen zwischen den einzelnen Abteilungen – gerade im gewerblichen Bereich, wo der Ton häufig etwas rau ist.

Fakt ist, dass langjährige Mitarbeiter/innen den Azubis bestimmte Verhaltensweisen unbewusst vorleben.

Mein Tipp: Unterstützen Sie Ihre Azubis, die Spielregeln Ihres Hauses von Anfang an zu verstehen. Dazu zählt u.a. den Unterschied zwischen „Hallo“ und „Guten Morgen“ zu erklären. Machen Sie bewusst, welche Standart-Begrüßungsritualen zum Leitbild gehören.

 

2. Kommunikation und Wertschätzung

Zur wertschätzenden Kommunikation zählt für mich der stilvolle Umgang mit dem Themen Lob, Kritik, Beschwerden und Feedback.

Diese sensiblen Themen vermeiden auch Erwachsene gerne.  Einige Menschen äußern ungern ihre Meinung oder leben den grünen, harmonischen Anteil im limbischen System

Fehler passieren. Durch Fehler wachsen und verbessern wir uns.  Niemand mag Kritik und niemand mag Beschwerden.  Oft vermeiden wir die Reflektion mit Kritik durch passives oder uninteressiertes Zuhören. Wer hört schon gerne unangenehme Dinge?

Wie oft ertappen wir uns selbst dabei, Dinge zu interpretieren? Wie oft wollen oder können wir den anderen nicht verstehen, weil wir noch nicht verstanden haben, wie wichtig ist es, im Hier und Jetzt zu sein. Das bedeutet, sich auch Zeit zu nehmen, um sich in die Lage des Gegenübers hineinzuversetzen.

Mein Tipp: Üben sie diese „kleinen goldenen Regeln“ der wertschätzenden Kommunikation. Nutzen Sie dazu das Sandwich-Modell (Loben – sachlich und wertschätzend Fehler ansprechen – auf der Beziehungsebene z.B. eine Lösung anbieten). So werden Ihre Auszubildenden lernen, wie sie reflektiert und konstruktiv mit Kritik umgehen.

 

3. Integration ins Team – das kleine Azubi-Knigge-ABC der zeitgemäßen Tugenden im Berufsalltag

Der Umstieg vom Schul-Alltag in das Berufsleben ist nicht einfach. Am frühen Aufstehen liegt das in der Regel nicht. Längere Arbeitszeiten, teilweise empfundener Leistungsdruck und der nicht gelernte Umgang mit Stress oder Langeweile führen dazu, dass sich so mach einer unwohl fühlt oder rebelliert.

In meiner Arbeit mit Abschlussklassen oder Schulen erlebe ich oft, dass Umgangsformen unter jungen Menschen nicht wichtig sind.

Zu den guten Tugenden im Business zählen für mich unter anderem folgende Werte: A wie Aufmerksamkeit und Authentizität, D wie Dankbarkeit und Diskretion, E wie Ehrlichkeit und Empathie, F wie Freundlichkeit, H wie Höflichkeit und Hilfsbereitschaft, P wie Pünktlichkeit, R wie Respekt, V wie Verständnis und Verantwortungsbewusstsein, W wie Wertschätzung sowie Z wie Zuverlässigkeit.

Mein Tipp: Leben Sie in der Rolle als Ausbildungsverantwortlicher vor, was Sie von den Auszubildenden erwarten.

 

4. Der gepflegte Arbeitsplatz und das gepflegte Erscheinungsbild

„Ordnung ist das halbe Leben – doch das Genie liebt das Chaos.“ Jeder Mensch ist einzigartig und individuell in seinem Wesen. Wir übernehmen das Thema Ordnung aus unserer Ursprungsfamilie.

Gerade wenn die jungen Menschen im Rahmen ihrer Ausbildung in unterschiedlichen Arbeitsbereichen einsetzt werden, gehen auch Mitarbeiter/innen unterschiedlich mit diesen Ansprüchen um.

Hier möchte ich eine spannende Frage aus meinen Trainings mit Sekretärinnen/ Assistentinnen oder Empfangsmitarbeitern erwähnen: „Frau Pötsch, wie gehe ich am besten damit um, wenn man Chef jedes Mal die benutze Kaffee-Tasse auf meinen Schreibtisch abstellt? Wohl bemerkt, der Geschirrspüler in der Küche ist leer.“  Meine Nachfrage dazu: „Macht er das schon lange so?“ Sie: „Nein ich bin erst neu. Ich weiß, dass meine Vorgängerin die Tasse immer weggeräumt hat.“ Mein Antwort: „Was wäre Ihnen wichtig?“ Die Antwort lasse ich jetzt mal offen, denn das entscheidet jeder selbst, was ihm/ihr wichtig ist.

Mein Tipp: Bitten Sie Ihre Kollegen, kurz die Gepflogenheiten im jeweiligen Arbeitsbereich aufzuzeigen. Stellen Sie auch mögliche Unterschiede klar heraus. Gerade „ungeschriebene Gesetze“ werden individuell ausgelegt. Offenheit und Klarheit im gewinnbringenden Umgang miteinander ist hier der Schlüssel zum Erfolg.

„Kleider machen Leute“  sagte schon Gottfried Keller. Einige junge Menschen sind sich gar nicht bewusst, welchen Eindruck sie mit ihrem Erscheinungsbild hinterlassen. Vom sexy bauchfreien Top mit schwarzen BH über „wohlriechende“ handwerkliche junge Männer, die auch zum Kunden geschickt werden, über überschminkte junge Damen habe ich schon alles erlebt. Die Zeit von Buggy-Jeans mit sichtbaren Unterhosen ist bei den Jungs zum Glück vorbei. Das sind Jugend-Sünden, wo sich der Charakter und jeweilige Stil noch entwickelt.

Mein Tipp: Erklären Sie ihren Auszubildenden im persönlichen Gespräch, warum das stilvolle Erscheinungsbild für das Image des Unternehmens wichtig ist. Ein Booklet mit Bekleidungsvorschriften ist wenig hilfreich. Das erlebe ich auch in meinen Image-Coachings im Bereich „Dressed for success“ für Teams. Sie kennen sicher das Zitat von Konrad Lorenz: „Gedacht heißt nicht immer gesagt, gesagt heißt nicht immer richtig gehört, gehört heißt nicht immer richtig verstanden, verstanden heißt nicht immer richtig einverstanden, einverstanden heißt nicht immer angewendet, angewendet heißt noch lange nicht behalten.“

 

5. Die richtige innere Einstellung zum Unternehmen und zum Ausbildungsberuf

Einigen Azubis fehlt es gerade am Anfang an Eigenmotivation sowie an Verantwortungsbewusstsein.

Wie so oft im Leben machen einige Menschen „Dienst nach Vorschrift“. Andere blühen dagegen förmlich in ihrer Tätigkeit auf. In den Vorstellungsrunden meiner Trainings für Auszubildende frage ich gerne zuerst:  „Warum habe ich Sie für den Ausbildungsberuf entschieden?“ Dazu kommen teilweise Antworten wie:  „Weil es eben nichts anderes gab“ oder „Ich war froh, überhaupt was bekommen zu haben.“ Das ist schade. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch sein individuelles Potenzial hat. Wenn er richtig gefördert wird, versteht er/sie sich besser als Teil des Teams.

In meiner Ausbildung als Kauffrau für Groß- und Außenhandel vor 20 Jahren wurde ich leider nicht gefördert. Die dortigen, damaligen Standards waren: kaufmännische Azubis wurden drei Jahre als Handelsfachpacker/ Lagerlogistiker eingesetzt, anstatt hauptsächlich im kaufmännischen Bereich etwas zu lernen. Die Kenntnis vom Warenwesen ist ein wichtiger Teil dieses Berufs. Selbstbewusst wie ich nun einmal bin, hatte ich mich durchgesetzt, auch als Frau die anderen Bereiche wie Lagerlogistik und dem Versand sowie in den wichtigen kaufmännischen Abteilungen wie Buchhaltung, Faktura, Kasse und Beratung eingesetzt zu werden. Nur so konnte ich selbst herausfinden, was mir persönlich am besten liegt.

Mein Tipp: Motivieren Sie die Ausbildenden, finden Sie Ihre Potenziale und fördern Sie diese. Damit haben sie langfristig und nachhaltig einen wertvollen, loyalen Mitarbeiter gewonnen.  Finden Sie gemeinsame Werte und Verbindungen zum Beruf und Unternehmen. Neue Mitarbeiter/innen sind für Ihr Unternehmen Markenbotschafter in der Außenwirkung, insbesondere im Zeitalter von Social Media Proof.

 

PS: Gerne unterstütze ich Ihre neuen Mitarbeiter/innen mit meinem beliebten und maßgeschneiderten Training für Auszubildende „Mit Feinschliff ins Berufsleben“.

Ich freue mich auf Ihre Anfragen per E-Mail an info@gekonnt-wirken-business.de

 

Mit stilvollen Grüßen aus dem Tegernseer Tal

Janine Katharina Pötsch

 

Fotocredit: 123rf.com – Vadim Guzhva

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